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Viele Aktionen (einfache und auch sehr komplizierte) erledigt das Gehirn, ohne dass das Bewusstsein beteiligt ist..

 

Wenn man Autofahren lernt, stellt man fest wie kompliziert das ist.

Schalten, Gas, Kupplung, Lenken, den Verkehr in alle Richtungen beobachten, die Verkehrsschilder erfassen und einen Weg durch den Verkehr finden.

 

Nach einem Jahr Erfahrung beschäftigt sich das bewusste Ich nur noch damit,

die Verkehrsschilder zu erfassen und einen Weg durch den Verkehr zu finden.

 

Und nach fünf Jahren kann man eine bekannte Strecke zurücklegen, ohne darüber nachzudenken.

Das fällt einem auf, wenn man einen anderen Weg fahren will, der mit dem Weg zur Arbeit beginnt und dann vergisst den Arbeitsweg an der richtigen Stelle zu verlassen.


Der Helfer

Der Teil von uns, der da Auto fährt, kann aufgefasst werden als Unkonzentriertheit oder als fleißiger Helfer in uns. Ich habe mich für die positive Interpretation entschieden und ihn als meinen Helfer bezeichnet.

 

Der Helfer in mir fährt das Auto während ich mich unterhalte oder dem Moderator im Radio lausche. Was passiert, wenn der Helfer überfordert ist, weil es diese Situation noch nie gab?

Bei genauerer Analyse der brenzligen Situationen, die ich im Verkehr erlebt habe, ist mir aufgefallen, dass der Helfer mein Bewusstsein warnt, wenn er überfordert ist. Dann wird mein Bewusstsein aus den Gedanken (die meistens nichts mit Autofahren zu tun haben) gerissen und meine Aufmerksamkeit auf den Verkehr gelenkt.


Kontrolle ist nicht alles

Dieser Helfer entzieht sich unserer Kontrolle, da er  ja nur aktiv ist, wenn wir das Geschehen nicht konzentriert beobachten und beeinflussen. Es ist so, das automatisch ablaufende Vorgänge bei weitem weniger Energie brauchen als jene, die unser bewusstes Ich kontrolliert. Wir Ermüden dann also schneller, wenn wir die Kontrolle behalten wollen.

 

Andererseits habe ich festgestellt, dass der Helfer durchaus beeinflusst werden kann, weil er ja unsere Bewertungen der Situation (Hypothese II) benutzt, um sein Verhalten zu verbessern.

 

Indirekt wird er beeinflusst durch Wiederholung einer Situation, so genanntes Üben.

 

Man kann Ihn aber auch aktiv aus der Situation heraus beeinflussen, sich seinen Helfer sozusagen maßschneidern:

Wenn man bemerkt, dass eine brenzlige Situation im Verkehr scheinbar von selber gut gemeistert wurde, sollte man den Helfer loben und das mit einem positiven Gefühl.

Umgekehrt, wenn etwas beinahe schief gelaufen wäre und das bewusste Ich hat es gerade noch mal, in letzter Sekunde geschafft die Katastrophe oder den Fehler zu umschiffen, dann erzähle ich meinem Helfer, dass das jetzt nicht wirklich gut war.

Danach entscheide ich, ob diese Situation den Helfer überfordert hat. In diesem Fall befehle ich Ihm, mich bei der nächsten, ähnlichen Situation, rechtzeitig aus meinen Gedanken zu reißen, das aber in einer ruhigen positiven Stimmung und am besten öfters.

Wenn die Situation so einfach erschien, dass ich Sie meinem Helfer zutraue, konzentriere ich mich auf das richtige Verhalten in der Situation. Ich gehe das richtige Verhalten mehrfach in Gedanken durch.

 

Auf diese Weise lässt sich der Helfer sehr bereitwillig beeinflussen.


Immer und überall

Der Trick klappt bei jeder Art von Aktionen, die wir bewusst ausführen können.

(Rechnen, Schreiben, Sport, Diskussionen mit dem Partner, Menschen, die uns provozieren wollen, eine Geschäftsentscheidung aus dem Bauch heraus treffen, ...)

 

Sogar im Voraus lässt sich das ereichen. Wenn eine schwierige Situation vorher ganz genau in Gedanken durchgegangen wird (so fünf bis zehn mal) dann klappt sie schon beim ersten Anlauf bei weitem besser.

 

Und wenn wir scheinbar ungewollt spontan falsch reagieren, dann sollten wir uns nicht eine Rechtfertigung für dieses Verhalten zurechtlegen. Sonst sagen wir dem Helfer nämlich, dass es gut so war. Und dann reagieren wir (unser Helfer) beim nächsten Mal wieder falsch.

 

Wir sollten uns über unsere Fehler ärgern und unserm Helfer ein besseres Verhalten anbieten und uns mehrfach vornehmen beim nächsten Mal lieber das bessere Verhalten an den Tag zu legen.





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